Lot, SL & TP —
die wichtigsten Begriffe erklärt
Positionsgröße, Stop-Loss und Take-Profit sind die drei Grundbausteine jedes Trades. Wer sie nicht versteht, handelt ohne Plan.
Bildungsartikel: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und Bildung. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
- Ein Lot ist die Standardgröße im Forex-Handel — 1 Standard-Lot entspricht 100.000 Einheiten der Basiswährung
- Stop-Loss (SL) begrenzt den maximalen Verlust einer Position automatisch
- Take-Profit (TP) schließt eine Position automatisch, wenn ein Kursziel erreicht wird
- Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) setzt möglichen Gewinn und möglichen Verlust ins Verhältnis
- Ohne SL zu handeln gilt in der Trading-Literatur als einer der häufigsten Anfängerfehler
Was ist ein Lot?
Im Forex-Handel werden Positionen nicht in Euro oder Dollar gemessen, sondern in Lots. Ein Lot ist eine standardisierte Handelsgröße. Im Standard-Forex-Markt entspricht 1 Lot 100.000 Einheiten der Basiswährung — also 100.000 EUR bei EUR/USD.
Da die meisten Privathändler nicht mit solchen Summen handeln, bieten Broker kleinere Lot-Größen an:
1,0 Lot
100.000 Einheiten der Basiswährung. Für institutionelle Händler oder Trader mit großem Kapital.
0,1 Lot
10.000 Einheiten. Häufig genutzter Einstieg für fortgeschrittene Retail Trader.
0,01 Lot
1.000 Einheiten. Geeignet für den Einstieg und zum Testen von Strategien mit kleinem Kapital.
0,001 Lot
100 Einheiten. Wird von manchen Brokern angeboten, vor allem für Demo-Konten.
Ein Pip (Percentage in Point) ist die kleinste Kurseinheit im Forex. Bei EUR/USD entspricht 1 Pip einer Bewegung von 0,0001 — also von 1,1000 auf 1,1001.
Bei 1 Standard-Lot (100.000 EUR) hat ein Pip einen Wert von 10 USD. Bei 0,1 Lot sind es 1 USD, bei 0,01 Lot 0,10 USD.
Manche Broker zeigen auch Pipetten (5. Nachkommastelle) — das ist ein Zehntel-Pip.
Was ist ein Stop-Loss?
Ein Stop-Loss (SL) ist eine Kursmarke, bei der eine Position automatisch geschlossen wird — um weiteren Verlust zu verhindern. Er ist das wichtigste Werkzeug des Risikomanagements.
Ohne Stop-Loss kann ein Trade theoretisch unbegrenzt ins Minus laufen. Manche Trader arbeiten ohne SL und argumentieren, sie beobachten den Markt selbst — das ist in der Praxis jedoch eine der häufigsten Ursachen für große Verluste, weil Emotionen dann die Kontrolle übernehmen.
Ein Trader kauft EUR/USD bei 1,1000 und setzt einen Stop-Loss bei 1,0950. Fällt der Kurs auf 1,0950, wird die Position automatisch geschlossen — mit einem Verlust von 50 Pips. Bei 0,1 Lot und 1 USD pro Pip wären das 50 USD Verlust — unabhängig davon, ob der Trader gerade schläft oder arbeitet.
Was ist ein Take-Profit?
Ein Take-Profit (TP) ist das Gegenstück zum Stop-Loss: eine Kursmarke, bei der eine Position automatisch mit Gewinn geschlossen wird. Er sichert den Gewinn, ohne dass der Trader permanent am Bildschirm sitzen muss.
Warum Take-Profit setzen, wenn man einfach warten könnte? Weil Kurse selten geradlinig laufen — ein Kurs kann das Ziel kurz ansteuern und dann wieder umkehren. Ein Take-Profit verhindert, dass offene Gewinne sich in Verluste verwandeln.
Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV)
Das Chance-Risiko-Verhältnis setzt den geplanten Gewinn (Take-Profit-Abstand) ins Verhältnis zum geplanten Verlust (Stop-Loss-Abstand).
Ein CRV von 1:2 bedeutet: Der mögliche Gewinn ist doppelt so groß wie der mögliche Verlust. In der Trading-Literatur wird häufig ein CRV von mindestens 1:2 als sinnvoller Mindestwert genannt — damit kann eine Strategie auch dann profitabel sein, wenn mehr als die Hälfte der Trades Verluste bringen.
Kauf EUR/USD bei 1,1000.
Stop-Loss bei 1,0950 → Risiko: 50 Pips.
Take-Profit bei 1,1100 → Chance: 100 Pips.
CRV: 1:2 — für jeden riskierten Euro wird ein potenzieller Gewinn von 2 Euro angestrebt.
Dieses Beispiel dient der Veranschaulichung — keine Handelsempfehlung.
Wie wählt man Stop-Loss und Take-Profit?
Es gibt keine universelle Antwort — Stop-Loss und Take-Profit sollten zur Strategie, zum Markt und zur Positionsgröße passen. Häufig genutzte Methoden in der Trading-Literatur:
- Technische Level — SL unterhalb einer Unterstützungszone, TP an einem Widerstand
- ATR (Average True Range) — die durchschnittliche Tagesbewegung als Maßstab für den SL-Abstand
- Festes Risiko pro Trade — z.B. maximal 1–2 % des Kontos, daraus wird die Lot-Größe berechnet
