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Trading Wissen · Teil 1 von 6

Was ist Trading?

Märkte, Teilnehmer, Mechanismen — ein Überblick über das, was hinter dem Begriff steckt. Ohne Romantisierung, ohne Versprechen.

CONSUS NEWS Trading Wissen 7 Min. Lesezeit

Bildungsartikel: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und Bildung. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Das Wichtigste in Kürze
  • Trading bezeichnet den kurzfristigen Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten mit dem Ziel, von Kursbewegungen zu profitieren
  • Gehandelt werden Aktien, Devisen (Forex), Indizes, Rohstoffe und Derivate wie CFDs oder Futures
  • Trader unterscheiden sich von Investoren vor allem durch den Zeithorizont und die Häufigkeit der Transaktionen
  • Die wichtigsten Marktteilnehmer sind Zentralbanken, institutionelle Anleger, Banken und Privathändler
  • Trading ist mit erheblichen Risiken verbunden — Kapitalverlust ist jederzeit möglich

Was bedeutet Trading?

Trading ist der aktive Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten an organisierten Märkten. Wer tradet, spekuliert auf Kursbewegungen — er kauft ein Instrument in der Erwartung steigender Kurse (Long) oder verkauft es in der Erwartung fallender Kurse (Short).

Der Begriff grenzt sich vom klassischen Investieren ab. Ein Investor kauft Wertpapiere, hält sie über Jahre und profitiert von langfristigem Wachstum. Ein Trader hingegen ist auf kürzere Zeiträume ausgerichtet — Sekunden, Minuten, Stunden oder Tage. Der Zeithorizont ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal.

Was wird gehandelt?

Die wichtigsten handelbaren Anlageklassen im Überblick:

  • Aktien — Unternehmensanteile, gehandelt an Börsen wie XETRA, NYSE oder NASDAQ
  • Devisen (Forex) — Währungspaare wie EUR/USD oder GBP/USD, der größte Markt der Welt mit täglich über 6 Billionen USD Umsatz
  • Indizes — DAX, S&P 500, Dow Jones — Körbe aus Aktien, die eine Wirtschaft oder Branche abbilden
  • Rohstoffe — Öl, Gold, Kupfer, Weizen — reale Güter, oft über Futures oder CFDs gehandelt
  • Derivate — CFDs, Futures, Optionen — Finanzinstrumente, deren Wert sich vom Basiswert ableitet
Zum Einordnen — Forex

Der Forex-Markt ist der größte Finanzmarkt der Welt. Er ist dezentral organisiert und läuft 24 Stunden täglich, 5 Tage die Woche — von Sonntag 23 Uhr bis Freitag 23 Uhr MEZ.

Täglich werden Devisen im Wert von über 6 Billionen USD gehandelt. Zum Vergleich: Die New York Stock Exchange kommt auf rund 22 Milliarden USD täglich.

Quelle: Bank for International Settlements (BIS), Triennial Survey

Wer sind die Marktteilnehmer?

Finanzmärkte entstehen durch das Zusammenspiel sehr unterschiedlicher Akteure mit unterschiedlichen Motiven:

  • Zentralbanken — intervenieren gelegentlich, um Wechselkurse zu stabilisieren oder Geldpolitik umzusetzen
  • Geschäftsbanken — machen den Großteil des Forex-Volumens aus, handeln für Kunden und auf eigene Rechnung
  • Hedgefonds & institutionelle Investoren — Pensionsfonds, Versicherungen, große Vermögensverwalter
  • Unternehmen — sichern Währungsrisiken aus dem internationalen Geschäft ab (Hedging)
  • Privathändler (Retail Trader) — Einzelpersonen, die über Broker Zugang zu den Märkten erhalten

Retail Trader machen mengenmäßig den kleinsten Teil des Marktes aus — haben aber durch den Internetzugang heute Zugang zu denselben Kursen wie Großteilnehmer.

Wie entstehen Kurse?

Kurse entstehen durch Angebot und Nachfrage. Wenn mehr Marktteilnehmer ein Instrument kaufen wollen als verkaufen, steigt der Kurs — und umgekehrt. Diese Mechanik klingt simpel, ist aber in der Realität von unzähligen Faktoren beeinflusst.

Im Forex-Bereich spielen vor allem Zinsentscheidungen der Notenbanken, Wirtschaftsdaten (BIP, Inflation, Beschäftigung) und geopolitische Ereignisse eine zentrale Rolle. Im Aktienbereich sind Unternehmensgewinne, Branchentrends und Marktstimmung entscheidend.

Der Unterschied zwischen Bid und Ask

Jeder Kurs besteht aus zwei Preisen: dem Bid (Verkaufspreis des Brokers, zu dem der Trader verkaufen kann) und dem Ask (Kaufpreis des Brokers, zu dem der Trader kaufen kann). Die Differenz heißt Spread — das ist die Vergütung des Brokers pro Trade.

Trading-Stile nach Zeithorizont

  • Scalping — sehr kurzfristig, Sekunden bis Minuten, viele kleine Trades pro Tag
  • Day Trading — alle Positionen werden innerhalb eines Handelstages geöffnet und geschlossen
  • Swing Trading — Positionen werden über mehrere Tage oder Wochen gehalten
  • Position Trading — langfristiger Ansatz, Wochen bis Monate, grenzt sich ans Investieren an

Warum viele Trader Verluste machen

Die Mehrheit der privaten Trader verliert langfristig Geld. Das ist eine statistische Tatsache, die viele Broker in ihren Risikohinweisen ausweisen müssen. Die häufigsten Ursachen:

  • Fehlende Strategie oder nicht konsequente Umsetzung einer vorhandenen Strategie
  • Emotionales Handeln — Angst und Gier führen zu Abweichungen vom Plan
  • Unzureichendes Risikomanagement — zu große Positionsgrößen, kein Stop-Loss
  • Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, besonders nach frühen Gewinnen
  • Zu hohe Kosten durch zu häufiges Handeln (Spreads, Kommissionen)