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Wochenausblick · Vorschau

Kein Zinsentscheid diese Woche — dafür acht Fed-Redner und der globale PMI-Mittwoch

Nach der Fed-Entscheidung vergangene Woche und einer eingepreisten Wahrscheinlichkeit von rund 58 % für eine weitere Erhöhung im Oktober richtet sich der Blick diese Woche auf die Erläuterungen: Gleich acht Fed-Vertreter sprechen öffentlich, während am Mittwoch die Einkaufsmanagerindizes aus den USA, der Eurozone, Großbritannien und Japan nahezu zeitgleich erscheinen.

CONSUS NEWS 21. September 2026 Wochenausblick 8 Min. Lesezeit

Terminvorschau: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und Bildung. Keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Alle Termine und Schätzungen ohne Gewähr.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kein Zinsentscheid diese Woche, aber ein dichter Fed-Redner-Kalender (u. a. Goolsbee, Jefferson, Barr, Hammack, Williams) — Beobachter suchen weitere Hinweise zur rund 58 % eingepreisten Wahrscheinlichkeit einer Oktober-Erhöhung, ausgelöst durch Fed-Chef Warshs Formulierung von der "Dosis an Lockerung"
  • Am Mittwoch veröffentlichen die USA, die Eurozone, Großbritannien und Japan nahezu zeitgleich ihre vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für September — einer der am stärksten beachteten Frühindikatoren für die Konjunkturdynamik nach der jüngsten Zinsentscheidung
  • Bei den Unternehmenszahlen liefert Costco am Donnerstag nach Börsenschluss den wichtigsten Einzelhandels-Ausblick der Woche, flankiert von AutoZone, General Mills und Darden Restaurants

Nach der dichten Notenbank-Woche mit Fed, Bank of England und Bank of Japan wirkt der Kalender dieser Woche auf den ersten Blick ruhiger — eine echte Zinsentscheidung steht nicht an. Wer genauer hinschaut, findet jedoch eine Woche, die weniger durch ein einzelnes Großereignis als durch viele kleinere Signale geprägt sein dürfte.

Im Zentrum steht dabei eine einzelne Wortwahl aus der vergangenen Woche: Fed-Chef Kevin Warsh hatte die Zinserhöhung nicht als Straffung, sondern als Abbau einer noch bestehenden Lockerung beschrieben — eine Formulierung, die die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung im Oktober auf rund 58 % steigen ließ. Diese Woche liefert gleich mehrere Gelegenheiten, diese Einschätzung zu bestätigen oder infrage zu stellen.

Das Hauptereignis

Der globale PMI-Mittwoch

Am Mittwoch veröffentlichen die USA, die Eurozone, Großbritannien und Japan nahezu zeitgleich ihre vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (Flash PMI) für September — einer der am stärksten beachteten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Dynamik, da er deutlich vor offiziellen, später veröffentlichten Konjunkturdaten vorliegt. Ergänzt wird der Tag durch den deutschen Ifo-Geschäftsklimaindex am Donnerstag.

Mi 23.09 USA · Eurozone · UK · Japan Flash-Daten

Warum diese Woche zählt

Nach Fed-Chef Warshs Pressekonferenz am 16. September sprang die an den Terminmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung im Oktober von rund 40 auf etwa 58 % — ausgelöst durch seine Formulierung, die Erhöhung sei keine Straffung, sondern die Rücknahme einer noch bestehenden geldpolitischen Lockerung. Goldman Sachs passte seine Prognose daraufhin an und erwartet nun zwei Erhöhungen in Folge (September und Oktober), Bank of America rechnet sogar mit Schritten im Oktober UND Dezember. Diese Woche liefert mit acht angekündigten Auftritten von Fed-Vertretern — darunter Goolsbee, Jefferson, Barr, Hammack und Williams — reichlich Gelegenheit, diese Neubewertung zu bestätigen oder zu relativieren. Warsh selbst hat für diese Woche keinen öffentlichen Auftritt angekündigt.

Auch andere Notenbanken sind diese Woche auffällig präsent: EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht bereits Montag und Dienstag, und BoE-Gouverneur Andrew Bailey äußert sich am Freitag erstmals öffentlich seit dem Halte-Beschluss vom 17. September. Am Golf bleibt die Lage derweil ungelöst: Die für Mitte September geplanten Gespräche zwischen Golfstaaten und Iran in Oman sind weiterhin ohne neuen Termin verschoben, und die beschädigte saudische Ost-West-Pipeline war zum Wochenende noch nicht wieder in Betrieb.

Die Termine der Woche im Überblick

Mo21. Sep.
Notenbank

Goolsbee spricht, Lagarde-Auftakt, Japan Feiertag

Chicago-Fed-Präsident Goolsbee äußert sich bei einer OMFIF-Veranstaltung, EZB-Präsidentin Lagarde hält den ersten von zwei Auftritten diese Woche. Die Börse in Japan bleibt feiertagsbedingt geschlossen.

Di22. Sep.
NotenbankEarnings

Jefferson, Williams, Barkin & AutoZone-Zahlen

Fed-Vize Jefferson spricht auf der Treasury Market Conference, dazu Auftritte von Williams und Barkin. Vor Börsenbeginn berichtet AutoZone über das abgelaufene Quartal.

Mi23. Sep.
KonjunkturNotenbankEarnings

Globaler PMI-Mittwoch, Fed-Gouverneur Barr, Cintas & General Mills

Vorläufige Einkaufsmanagerindizes aus den USA, der Eurozone und Großbritannien. Fed-Gouverneur Barr spricht auf einem Housing-Affordability-Gipfel. Zahlen von Cintas, General Mills und Paychex.

Do24. Sep.
KonjunkturNotenbankEarnings

Ifo-Index, Hammack & Costco nach Börsenschluss

Deutscher Ifo-Geschäftsklimaindex, US-Neubauverkäufe für August und wöchentliche Erstanträge. Fed-Vertreterin Hammack eröffnet eine Inflationskonferenz. Nach Börsenschluss berichtet Costco, tagsüber Darden Restaurants.

Fr25. Sep.
KonjunkturNotenbank

Auftragseingänge, BoE-Chef Bailey & Uni-Michigan-Index

Auftragseingänge langlebiger Güter für August, dazu die finale Verbraucherstimmung der University of Michigan. BoE-Gouverneur Bailey spricht erstmals seit dem Halte-Beschluss der Vorwoche.

Drei Faktoren, die die Woche prägen dürften

1. Acht Fed-Redner und die Oktober-Wahrscheinlichkeit

Keiner der angekündigten Redner ist Fed-Chef Warsh selbst — dennoch dürfte jede Äußerung daraufhin abgeklopft werden, ob sie die "Dosis an Lockerung"-Lesart stützt oder relativiert. Bereits jetzt sind Goldman Sachs und Bank of America mit angepassten Prognosen vorangegangen; weitere Häuser könnten folgen oder widersprechen.

2. Der globale PMI-Mittwoch als Stimmungstest

Nachdem Fed, Bank of England und Bank of Japan vergangene Woche drei unterschiedliche geldpolitische Signale gesendet haben, liefern die Einkaufsmanagerindizes einen der ersten Härtetests, ob die zugrunde liegende Wirtschaftsdynamik in den jeweiligen Räumen die eingeschlagenen Kurse überhaupt trägt.

3. Costco und der Konsument nach der Zinserhöhung

Nach Lennars deutlich verfehlten Erwartungen in der Vorwoche und dem Verweis auf steigende Finanzierungskosten richtet sich der Blick nun auf den Konsum im Einzelhandel. Costco liefert dafür am Donnerstag den bedeutendsten Einzelwert der Woche, ergänzt durch AutoZone, General Mills und Darden Restaurants.

Zusammengefasst: Eine Woche ohne eigene Zinsentscheidung, aber mit reichlich Gelegenheit, die Nachwirkungen der vergangenen zu vermessen — über Fed-Kommunikation, globale Frühindikatoren und die ersten echten Konsumdaten seit der Zinserhöhung. Wie sich diese Signale zueinander verhalten, dürfte mitentscheiden, ob die rund 58-prozentige Oktober-Wahrscheinlichkeit Bestand hat.

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